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Auswandern nach Neuseeland

Hat Neuseeland die Türen zugemacht für Einwanderer?

So mag es einem erscheinen, wenn man bedenkt, dass sich anhand der sog. General Skills Category quasi nur noch qualifizieren kann, wer ein Stellenangebot eines neuseeländischen Arbeitgebers vorweisen kann.

Die General Skills Category ist ein Punktesystem, das je nach Ausbildung, Berufserfahrung, Vermögen und eben Arbeitsangebot differenziert. War es Anfang des Jahres noch möglich, sich mit 25 Punkten zu qualifizieren, so waren im Oktober 30 Punkte erforderlich. Seit 5. Februar 2003 werden 29 Punkte benötigt.

Wie kommt man also an einen Job Offer?

Wer es schonmal versucht hat, ob von Deutschland aus oder in Neuseeland, wird wissen, dass das garnicht so einfach ist, trotz der, gemessen an anderen "westlichen" Ländern, geringen Arbeitslosenquote von nur 5%. Es gibt sogar eine vom Immigration Service herausgegebene Liste von Berufen, in denen besonderer Bedarf bestehen soll. Auch liest man immer wieder in den Zeitungen von Arbeitgebern, die darüber klagen, dass sie keine qualifizierten Kräfte finden.

Was machen also all die Deutschen falsch, die hier vergeblich nach Arbeit suchen?

Ganz einfach, sie sind noch keine Neuseeländer, denken und reden noch nicht neuseeländisch und ganz wichtig, haben noch keine neuseeländischen Beziehungen.

Und was machen all die Arbeitgeber falsch, die händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften suchen?

Ganz einfach, sie denken zu neuseeländisch und durchschauen nicht die fremden Lebensläufe teilweise hochqualifizierter Leute und verstehen nicht diese Talente für sich zu nutzen. Und natürlich auch wieder ganz wichtig, es fehlen ihnen die Beziehungen, um genau die Leute aus dem Ausland zu rekrutieren, die sie brauchen.

Sie brauchen ein Beispiel aus dem Leben?

Ganz einfach, eine Autowerkstatt, die sich auf deutsche Autos spezialisiert, sucht einen Automechaniker der sich mit deutschen Autos auskennt. Die Werkstatt hat sogar Beziehungen und wendet sich an mich. Vor einem Jahr hätte ich noch einen gehabt, sage ich, momentan kann ich einen Fließenleger anbieten oder wie wärs mit einem Computerspezialisten?

Gibt es Alternativen zur Jobsuche?

Ja, man kann sich selbständig machen oder an einem neuseeländischen Geschäft beteiligen. Letzteres wird meines Erachtens viel zu wenig von Deutschen genutzt. In Neuseeland ist eine Geschäftsbeteiligung oft viel billiger, als man das aus Deutschland kennt. Es gibt viele Firmen, die an einer kleinen Kapitalspritze interessiert sind, da sie unterkapitalisiert sind und ihr Potential nicht verwirklichen können.

Läßt sich darauf auch ein Einwanderungsantrag aufbauen?

Nicht immer ganz einfach aber möglich. Es gilt die Faustregel, wenn es für den Einwanderer Sinn macht hier zu leben - beruflich und privat - dann läßt sich auch das Einwanderungsrecht auf den Fall anpassen. Oder sollte ich sagen "in die richtige Form pressen"?




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