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Wie sieht es mit der Sicherheit in Brasilien aus?

Die allgemeine Sicherheit

Sicherheit ist heutzutage ein viel diskutiertes Thema in Brasilien! Generell kann man aber mit Fug und Recht behaupten dass es in Brasilien nicht gefährlicher ist als in anderen Ländern. Es gilt ganz einfach Vorsichtsmassnahmen zu treffen, das macht man ja auch im vermeintlich sicheren Europa. In Ländern der 3. Welt, dort wo besondere Armut herrscht muss man ein wenig mehr Vorsicht walten lassen.
Die Großstädte Brasiliens, insbesondere Belem, Recife, Salvador, Rio de Janeiro und São Paulo, weisen eine hohe Kriminalitätsrate mit stetig steigender Tendenz auf (Eigentumsdelikte, Gewaltverbrechen, Entführungen).
Vom Besuch von Elendsvierteln (Favelas) wird strikt abgeraten. Häufig werden sie von Drogenbanden kontrolliert. Zwischen den Banden und der Polizei kommt es regelmäßig zu bewaffneten Auseinandersetzungen, die auch Unbeteiligte in Mitleidenschaft ziehen können. Vorsicht ist auch in den als sicherer geltenden Stadtteilen angebracht.

Medizinische Hinweise

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber für alle Reisenden älter als 9 Monate wird bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt (siehe http://www.who.int/ith/countries/en/index.html). Bei Nicht-Beachtung drohen Geldstrafen und Einreiseverbot.

Die Gelbfieberimpfung wurde in der Vergangenheit teilweise auch im Hafen von Rio von Kreuzfahrtreisenden aus dem Amazonasgebiet verlangt und wird auch von den Fluggesellschaften bei Weiterreise in ein Gelbfieberendemiegebiet auf dem Kontinent oder bei Weitereise z.B. in das Amazonasgebiet u.U. kontrolliert.

Insgesamt ist die Gelbfieberimpfung für weite Teile Brasiliens zum persönlichen Schutz notwendig. Für Reisen ins Landesinnere wird Impfschutz besonders empfohlen, das gilt auch für Besucher der dort gelegenen Städte, der Hauptstadt Brasilia sowie des Iguazú-Nationalparks.

Im persönlichen Beratungsgespräch mit dem Tropenarzt/Reisemediziner sollen diese und andere Impffragen entschieden werden.

Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes empfiehlt darüber hinaus einen Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus.

Insbesondere in den Bundesstaaten Maranhão und Pará kam es zu wiederholten Tollwut-Infektionen mit tödlichem Ausgang durch den Biss von infizierten Flughunden („Vampiren“). In entlegenen Gebieten fehlt zumeist jede Möglichkeit einer adäquaten Hilfe nach einem Tierbiss. Denguefieber

In vielen Bundesstaaten, vor allem im Nordosten und in Rio de Janeiro treten in den Sommermonaten (November bis April) wiederholt Dengue-Fieber-Epidemien auf, das von der tagaktiven Mücke Stegomyia (Aedes) aegypti übertragen wird. In Einzelfällen können dadurch ernsthafte Gesundheitsschäden mit Todesfolge auftreten. Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass 80 % der Infektionen in Zusammenhang mit Brutplätzen durch „stehendes Wasser“ in der unmittelbaren Umgebung der Erkrankten stehen. Allen Reisenden wird konsequenter Mückenschutz insbesondere tagsüber (s.u.) empfohlen.

Malaria

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft, insbesondere die gefährliche Malaria tropica, bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.

Ein hohes Risiko unterhalb von 900m besteht in den Bergbau-, Siedlungs- und Waldgebieten der Bundesstaaten Acre (in den Tälern des Rio Acre, R. Abuná und R. Tarauacá sowie zwischen R. Tarauacá und R. Cruzeiro), Amapá (N und das Tal des Jari), Rondônia (N), Roraima (W), Amazonas (in der weiteren Umgebung und den Nachbarbezirken der Städte sowie an den Unterläufen der Flüsse Javarí, Negro, Madeira, Purús und Solimões), Maranhão (N), Mato Grosso (mittlerer W), Pará (N) und Tocantins (nördl. und zentrale Araguaia-Region). Ein mittleres Risiko besteht in den übrigen ländlichen Gebieten einschließlich der Außenbezirke größerer Städte der o.g. Staaten sowie im Hinterland der Ilha de Marajo. Ein geringes bis sehr geringes Risiko besteht in den Stadtgebieten von Porto Velho, Boa Vista, Macapá, Manaus, Santarém und Marabá. Malariafrei sind die Städte an der Ostküste einschließlich Foz de Iguacu und Fortaleza.

Je nach Reiseprofil ist deshalb eine Chemoprophylaxe sinnvoll. Für die Malariaprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone, Doxycyclin, Lariam) auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der o.g. mückengebundenen Infektionsrisiken wird daher allen Reisenden empfohlen

  • körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • tagsüber (Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen
  • ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen
HIV / AIDS

Durch sexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Dies gilt insbesondere für die ländlicheren Gebiete und den Norden und Nordosten des Landes.

Die medizinische Versorgung im Lande ist, soweit es sich um die größeren Städte handelt, mit der in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande jedoch vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen. Zur Frage einer individuellen Reiseapotheke ist Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Die Kosten für ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte sind z.T. erheblich höher als in Deutschland. Sie werden von deutsche Krankenversicherungen oft nicht oder nur teilweise abgedeckt. Rücksprache mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger vor Reisebeginn bzw. Abschluss einer Reisekrankenversicherung sind deshalb dringend zu empfehlen. Es ist damit zu rechnen, dass der Patient für die anfallenden Behandlungskosten zunächst in Vorlage treten muss.

Lassen Sie sich vor einer Reise nach Brasilien durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten (siehe: http://www.dtg.org/).Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich. Die Angaben sind
  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.



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