Die allgemeine Sicherheit
Leider hat auch in Paraguay in den vergangen 15 Jahren die Kriminalität zugenommen. Sicher auch ein Nebeneffekt der Demokratie. Grundsätzlich ist es so, dass Sie speziell die Grenzregionen zu Brasilien und Argentinien meiden sollten. Dies insbesondere in einem Abstand von 40 – 50 Kilometer entlang dieser Grenzen. Hier fallen die Städte Ciudad del Este, Encarnación, Pedro Juan Caballero, aber auch gewisse Gebiete von Asunción und Umgebung hinein. Auf dem Land kann man die Kriminalität auch heute noch mit einer ländlichen Region in Deutschland vergleichen. D. h., leider kann einem auch hier niemand garantieren, dass nie eingebrochen wird. Raub oder Totschlag bleiben jedoch weiterhin die Ausnahme.
Dank der privilegierten Lage Paraguays gibt es weder Erdbeben noch Orkane, Wirbelstürme oder andere Naturkatastrophen.
Medizinische Hinweise
Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird für alle Reisenden, die älter als 9 Monate sind, bei Einreise aus einem und bei Ausreise in ein Gelbfiebergebiet (siehe www.who.int/ith/countries/en/index.html) gefordert. Die Impfung ist generell allen Reisenden – unabhängig vom Herkunftsland - anzuraten da im Februar 2008 seit über 100 Jahren erstmals wieder Fälle von menschlichem Gelbfieber in Paraguay aufgetreten sind. Der Südosten des Landes (Iguazu Wasserfälle) aber auch die Region Asuncion sind betroffen.
Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes empfiehlt weiterhin einen Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und
Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch
Hepatitis B, Tollwut und
Typhus. Die Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (siehe
www.rki.de) sollten auf aktuellem Stand sein.
Dengue-Fieber
Im Rahmen der Saison 2007 kam es nach stärkeren Sommerregenfällen zu hohen Fallzahlen für Dengue-Fieber. Konsequente Barrieremaßnahmen (Schutz vor Mückenstichen) sind die einzig möglichen Schutzmaßnahmen (siehe unten). Dengue gehört zu den häufig importierten Virusinfektionen auch bei deutschen Reiserückkehrern. Weitere Hinweise siehe Merkblatt "Dengue-Fieber".
Malaria
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich in den Monaten Oktober bis Mai durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft, insbesondere die gefährliche Malaria tropica, bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig. In Paraguay kommt ausschließlich die weniger gefährliche Form der Malaria vor (Malaria tertiana durch Plasmodium vivax).
Ein geringes bis mittleres Übertragungsrisiko besteht in einzelnen ländlichen Gebieten der Departements Alto Paraná, Caaguazú und im Südosten von Canindeyú.
Ein sehr geringes Risiko besteht herdförmig im Dreiländereck des Departements Boquerón im Westen sowie entlang des Paraná-Flusses im südlichen Grenzgebiet zu Argentinien.
Eine Chemoprophylaxe ist für Paraguay nicht sinnvoll. Für längere Aufenthalte in den ausgewiesenen Endemiegebieten wird die Mitnahme einer Dosis Chloroquin (z.B. Resochin®) zur Notfallselbstbehandlung (sog. stand-by-Medikation) empfohlen. Die Dosierung und die persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.
Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen
- ganzkörperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- ganztägig (Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen
- ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen
HIV / AIDS
Durch sexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/
AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere aber bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.
Durchfallerkrankungen und Cholera
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden.
Einige Grundregeln:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes und desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, Einmalhandtücher verwenden.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung in Paraguay ist deutlich schlechter als in Europa. Vor allem auf dem Land ist sie in jeder Hinsicht problematisch. Trotzdem können die Kosten für ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte z.T. erheblich höher als in Deutschland sein. Sie werden von deutschen Krankenversicherungen oft nicht oder nur teilweise abgedeckt. Rücksprache mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger vor Reisebeginn bzw. Abschluss einer Reisekrankenversicherung und einer zuverlässigen Rettungsflugversicherung sind deshalb dringend zu empfehlen. Es ist damit zu rechnen, dass der Patient für die anfallenden Behandlungskosten zunächst in Vorlage treten muss.
Lassen Sie sich vor einer Reise nach Paraguay durch eine tropenmedizinische Beratungstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten (siehe: http://www.dtg.org/).
Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:
Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.
Die Angaben sind
- zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
- auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
- immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
- trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.